Weihnachtszeit ist Stollenzeit

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch der Dresdner Christstollen. Ob klassischer Rosinenstollen, Mohn-, Butter- oder Mandelstollen, dank der breiten Produktpalette kommt jeder auf seine Kosten. Der Dresdner Stollen ist aber nicht nur eine beliebte Weihnachtsleckerei in aller Welt, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftszweig im Freistaat Sachsen.

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Wirtschaftsfaktor und Exportschlager Dresdner Stollen

Jährlich werden in Dresden und Umgebung zur Weihnachtszeit 4 Millionen Stollen verkauft. Dies macht den Dresdner Stollen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Sachsen. Die rund 150 Bäcker in der Region Dresden, die den markenrechtlich geschützten original „Dresdner Stollen“ herstellen dürfen, erwirtschaften so insgesamt einen Umsatz von 60 Millionen Euro. Für traditionelle Bäckerbetriebe ist der Stollenverkauf in der Weihnachts- und Vorweihnachtszeit ein überlebenswichtiges Geschäft. Gerade in kleineren Bäckerbetrieben macht der Umsatz des Stollenverkaufs bis zu einem Drittel des gesamten Jahresumsatzes aus.
Aus der Region Dresden werden die Christstollen in die ganze Welt versendet. Damit die Stollen auch in Amerika oder Australien rechtzeitig zur Adventszeit in Delikatessenläden ihren alljährlichen Platz wiederfinden, beginnen Dresdner Bäckereien und Konditoreien bereits im August/September mit dem Backen der Stollen. In der Heimatstadt des Christstollens ist vor allem ein Tag von großer Bedeutung für das leckere Weihnachtsgebäck.

Auf die Größe kommt es an

Jeder Stollenbäcker weiß: Je größer der Stollen, desto saftiger und damit geschmackvoller ist er. Die Größe des Stollens ist also, neben der Verwendung von hochwertigen Zutaten und einer guten Portion handwerklichem Geschick, entscheidend für seinen Geschmack. Bei der Auswahl des geeigneten Christstollens für zu Hause, sollte man also zum 4-Pfund Stollen greifen.
Den wohl köstlichsten Christstollen erhält man beim alljährlichen Stollenfest auf dem Dresdner Striezelmarkt. Wer in diesem Jahr dabei sein will, sollte sich den 8. Dezember vormerken. Denn an diesem Tag findet das Dresdner Stollenfest statt, dessen Highlight ein Riesenstollen ist. Erstmals fand das Stollenfest 1994 statt. Damals schaffte es der erste Dresdner Riesenstollen mit einem Gewicht von 2.720 Kilogramm ins Guinness-Buch der Rekorde. Beim 7. Stollenfest im Jahr 2000, wurde der Rekord auf 4.200 Kilogramm erhöht. Das damit bisher größte Exemplar seiner Art brachte es auf eine stolze Länge von 4.75m, eine Breite von 1,75m und Höhe von 0,9 m. Auch der Stollen, der in diesem Jahr der Mittelpunkt des Stollenfestes sein wird, soll die 3 Tonnen Marke knacken. Um dies zu erreichen arbeiten 134 Striezelbäcker und –bäckerinnen derzeit Tag und Nacht auf Hochtouren, um die mehr als 300 einzelnen Stollenplatten für den Riesenstollen zu fertigen.

Der Hüter des Dresdner Stollenmessers

Der Riesenstollen wird traditionell mit dem „Großen Dresdner Stollenmesser“ angeschnitten. Das 1,60 Meter lange und 12 Kilogramm schwere versilberte Messer wird in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge von René Krause geführt. Der ist nicht nur amtierender Deutscher Bäckermeister, sondern zudem Weltmeister im Brot- und Brötchenbacken und Mitglied in der Nationalmannschaft des Deutschen Bäckerhandwerks. Damit verbunden ist neben der Ausführung repräsentativer Aufgaben, wie Backen für den Bundespräsidenten, auch die Teilnahme an internationalen Back-Wettbewerben.
Der Riesenstollen wird auf dem Schlossplatz enthüllt und anschließend im traditionellen Stollenzug durch die Dresdner Altstadt bis zum Striezelmarkt transportiert. Dort soll er um 12.15 Uhr feierlich angeschnitten werden. Weitere Informationen zum Stollenzug und zum Stollenfest finden sie hier.